Wie lebt Man(n) mit einer Autoimmunerkrangung – Die Wochen danach

Nun stand es fest. Dominik hat eine seltene Form einer Autoimmunkrankheit.

Was ist eine Autoimmunerkrankung?

Eine Autoimmunerkrankung ist eine Krankheit, deren Ursache im körpereigenen Immunsystem liegt. Autoimmunerkrankungen können, je nach Erkrankung, jegliches Gewebe und sämtliche Organe angreifen. Daher sind ganz unterschiedliche Symptome möglich. Weil man eine Autoimmunerkrankung nicht ursächlich behandeln kann, begleitet sie den Erkrankten meist ein Leben lang.

Es gibt eine Vielzahl von Autoimmunerkrankungen, die sich zum Teil ganz unterschiedlich präsentieren.
(Quelle: netdoktor.de)

Der Sommer 2019 war nicht gerade berauschend. Dominik musste weiterhin Kortison nehmen. Dadurch lagerte sich Wasser im Körper ein und er nahm Kilo um Kilo zu. Natürlich machte ihm sein „aufgeschwemmter“ Körper zu schaffen. Die Gewichtszunahme, sein erkranktes Herz und die mit Wasser gefüllten Lungen machten es ihm nicht leicht, etwas Sport zu treiben. Und wenn er sich doch mal freiwillig bewegte, dann spielte er Golf natürlich fuhr er nur mit E-Cart und ging keinen Meter zu viel zu Fuß. Zu jedem kleinen Spaziergang mit unserem Moody (French Bulldog) musste ich ihn förmlich zwingen.

Weiters kämpfte Dominik mit Schwindel und er hatte keine Lust mehr mit mir zu schlafen. Anfangs glaubte ich, dass es vielleicht an mir läge und er sich von mir nicht mehr angezogen fühlte, was oft in Diskussionen endete. Ich warf ihm vor, die Lust an mir verloren zu haben und er nur noch faul auf der Couch liegt. (was logischerweise an den Medikamenten lag)

Mir war lange nicht bewusst, welche Wirkung das Kortison auf den Körper meines Freundes hatte.

Wie gesagt sein Verlangen nach Sex war gleich null. – In den vielen Diskussionen die wir führten, gab es von ihm sogar das Angebot, mir einen „Toyboy“ zuzulegen. Angewidert sah ich ihn an und fragte, ob das sein Ernst sei. Ich war kurzfristig geschockt über diese Aussage. Konnte es wirklich wahr sein, dass er mich im Bett eines Anderen sehen wollte? Nach einem kleinen Wortgefecht stellte sich heraus, dass er einfach nur Angst hatte, mich zu verlieren. – ich wäre auch nie auf die Idee gekommen dieses unmoralische Angebot anzunehmen. Dafür liebe ich meine „Mann“ zu sehr, als das ich mich ins Bett eines Fremden stürzen würde.

In diesen Monaten versuchten wir trotzdem so normal wie möglich zu leben. Er arbeitete viel. Wenn es unsere Terminkalender zuließen machten wir mit den Kindern oder auch alleine Ausflüge, besuchten Freunde und seine Familien. Denn eines war klar: wir lassen uns von so einer Krankheit nicht unterkriegen. Beide, er und ich sind starke Charaktere – jeder auf seine Art. Beide sind wir sehr positive Menschen, die den Glauben und die Hoffnung nicht verlieren. Vor allem Dominik, er sagt immer: „Wirst sehen alles wir gut, es dauert nur a bisserl!“

Bis zum Herbst musste Dominik noch einige Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Ärzte waren sich einig. Man musste versuchen die Symptome mit anderen Medikamenten, außer Kortison, in den Griff zubekommen. Anfang Oktober wurde ihm ein Immunsuppresiva verschrieben. Es schien als würde er diese neuen Tabletten gut vertragen. Während er Diese nahm wurde zeitgleich die Dosierung des Kortisons reduziert. Natürlich unter ärztlicher Aufsicht. In diesen Wochen fühlte er sich langsam wieder wohler in seiner Haut. Er konnte wieder längere Wege zu Fuß zurücklegen und der Schwindel wurde weniger…

Nach einer Blutabnahme im November kam dann der Anruf:

Herr K. sie müssen sofort die Immunsupresiva absetzen, denn es scheint als würden Diese Ihre Leber angreifen.

Ein Satz mit X das war wohl nix. So vergingen die Wochen bis zum Jahreswechsel – mit viel Kortison. Immer wieder machten wir uns gegenseitig Mut und versicherten uns, dass wir immer füreinander da sind, egal was kommt.

Das Jahr 2020 starteten wir mit viel Hoffnung, denn eines war klar, zusammen sind wir stark.

Fortsetzung folgt….

Ela

Allgemein

elaswelt7 View All →

Ich wurde vor 38 Jahren in Innsbruck (Österreich) geboren. Meine Kindheit habe ich als eine sehr schöne Zeit in Erinnerung. Damals war alles noch so unbeschwert und frei. Unsere Mama (ich habe eine 1 Jahr ältere Schwester) hat uns einfach ‚Kind sein‘ lassen. Wir mussten nicht funktionieren, wie es heute von einem Erwachsenen verlangt wird. Wir mussten nicht irgendwelche Erwartungen erfüllen. Für unsere Mama war es einfach nur wichtig, dass wir eine schöne und unbeschwerte Kindheit haben.

Je älter ich wurde, umso komplizierter wurde das Leben. Plötzlich musste ich mich mit Schmetterlingen im Bauch und Liebeskummer auseinandersetzen. Die Welt, so wie ich sie kannte, hat sich verändert.

Natürlich war ich ein kleiner Rebell unter den pubertierenden Teenagern, aber auch diese Zeit ging vorbei….

….. jetzt nach ein paar Jährchen bin ich eine ‚Single Mum‘ von 2 Kindern. Die Beiden (6 und 8 Jahre) treiben mich manchmal in den Wahnsinn. es kommt mir manchmal so vor, als wäre das die Strafe für meine Teenagerzeit. Aber nichts desto trotz möchte ich sie keinen Tag missen.

Hier erzähle ich einwenig aus unserem Leben und versuche anderen Mut zu machen, vielleicht das eine oder andere Mal aus der Reihe zu tanzen und nicht immer der Gesellschaft zu entsprechen….

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